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Statuten des Themistocles-Gluck-Preises
Statuten des Themistocles-Gluck-Preis für Endoprothetik
Statut
(Beschlossen am 15.11.2002)
Der von der Firma DePuy Orthopädie GmbH 1999 gestiftete DePuy - Preis für Endoprothetik dient der Förderung von Innovationen in der Orthopädie. Er kann für diagnostische oder anwendungstechnische Ideen vergeben werden.
Der Preis ist jährlich mit € 10.000,00 dotiert.
Der Preis wurde unter der Bezeichnung "DePuy - Preis der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V." von der DePuy Orthopädie GmbH erstmals auf dem Deutschen Orthopädenkongress 2000 an Orthopäden des In- oder Auslandes verliehen.
Für den Preis können Arbeiten eingereicht werden, die Innovationen in der Endoprothetik beschreiben. Er kann für diagnostische oder anwendungstechnische Ideen vergeben werden. Die Preisarbeit kann in dem der Verleihung vorangehenden Kalenderjahr in einer wissenschaftlichen Zeitschrift oder in Buchform veröffentlicht sein. Auch publikationsreife Manuskripte können angenommen werden.
Arbeiten, die bereits ausgezeichnet oder die für eine andere Preisauszeichnung eingereicht wurden, können nicht angenommen werden. Eine entsprechende schriftliche Bestätigung ist der Bewerbung beizulegen.
Über die Verleihung des DePuy - Preises für Endoprothetik entscheidet eine Jury. Sie besteht aus 8 Juroren:
A. Ständige Mitglieder:
1. Prof. Dr. med. Ludwig ZICHNER
2. Prof. Dr. med. Heiko REICHEL
3. Prof. Dr. med. Markus TINGART
B. Nicht ständige Mitglieder:
4. Präsident der DGOOC
5. 1. Vizepräsident der DGOOC
6. 2. Vizepräsident der DGOOC
7. 3. Vizepräsident der DGOOC
8. Generalsekretär der DGOOC
DePuy wird nunmehr keinen Vertreter der Geschäftsführung oder des leitenden Managements in das Preisrichterkollegiums entsenden. An Stelle dessen tritt ein von den übrigen Mitgliedern des Preisrichterkollegiums ausgewählte Person außerhalb von DePuy.
DePuy erhält das Recht zur Einsichtnahme aller eingereichten Arbeiten nach der Bekanntgabe des Preisträgers.
Die Tätigkeit in der Jury ist ehrenamtlich. Eine Geschäftsordnung gibt sich die Jury selbst.
Für die Entscheidung der Jury über die Preisvergabe ist die absolute Mehrheit der, die Arbeit prüfenden Juroren erforderlich.
Die Entscheidung über die Auswahl der Preisträger des Themistocles GLUCK-Preises (DePuy - Preis für Endoprothetik) der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. ist endgültig. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Bewerbung um den Themistocles GLUCK-Preis für Endoprothetik der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädischen Chirurgie e. V. ist zusammen mit acht Exemplaren der Preisarbeit ohne Angaben der Autorennamen und der entsprechenden Erklärung an die Geschäftsstelle der DGOOC in Berlin einzusenden.
Die Juroren erhalten die Arbeiten anonymisiert und nummeriert. Die Aufdeckung der Namen gegenüber den Juroren erfolgt erst nach der Entscheidung der Jury.
Die Übergabe des Preises erfolgt jeweils beim Kongress der DGOOC in Anwesenheit eines Vertreters der Firma DePuy.
Die Stiftung des Preises für Endoprothetik hat vorerst eine Laufzeit von fünf Jahren. Eine Verlängerung kann von der Firma DePuy Orthopädie GmbH beschlossen werden.
Zum Namensgeber des Preises
Themistocles GLUCK wurde am 30.11.1853 im rumänischen Jassy in der Moldau als Sohn deutscher Eltern geboren. Den Vornamen erhielt er von einem "atheniensischen" Paten. Nach Schulzeit in Breslau und Studium in Leipzig und Berlin promovierte er 1878. Er wurde dann Assistent Bernhard von LANGENBECKs und habilitierte sich als sein letzter Schüler 1882. Nach wechselvollen Tätigkeiten wurde er schließlich Chefarzt der Chirurgischen Abteilung des Kaiser- und Kaiserin-Friedrich-Kinderkrankenhauses in Berlin. 1922 wurde er in seinem 70sten Lebensjahr zum Außerordentlichen Professor ernannt. Er starb am 25.4.1942.
Themistocles GLUCK dürfte nach seinem am 12.4.1890, während des XIX. Congresses der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie zu Berlin gehaltenen und 1891 publizierten Vortrag wohl der erste gewesen sein, der den künstlichen Gelenkersatz für Schulter-, Ellbogen- und Handgelenk, Hüft-, Knie- und Fußgelenk propagierte, der die Zementfixation dieser Prothesen konzipierte, Ideen, die erst weit über ein halbes Jahrhundert später Eingang in das Bewußtsein der Medizin, bei Ärzten wie Laien fanden.
Sein "Referat über die durch das moderne chirurgische Experiment gewonnenen positiven Resultate, betreffend die Naht und den Ersatz von Defecten höherer Gewebe, sowie über die Verwerthung resorbirbarer und lebendiger Tampons in der Chirurgie" erschien im Archiv für Klinische Chirurgie, 41. Band, Hirschwald Verlag, Berlin 1891, Seite 187 bis 239.
(Nach "Reprints Medizinhistorischer Schriften" Hrsg.: Dieter WESSINGHAGE, F. K. Schattauer Verlag, Stuttgart 1988)
